De perdito Imperii Romani, pars II

Capitulum in Libro Petri Heather tractante perditionem Imperii Romani ex quo pars argumentorum sumitur.

De Bello Gothico

Imperium Romanum, sicut omnia imperia magna per cursum temporum, immigrandum tolerabat. Saltim in aetate principatum intererat tractando immigrandum et vicinos suos, sodales sicut hostes, rationem instituebat liberalem atque certem. Secundum illam peregrini, multi immo, grati erant Romanis, quia ei requirebantur mediastini in agricultura, militare poterant, tributa satisfiebant, et nonnumquam artibus pretiosis potentes erant.

Doctrina Romana, secundum eam res civiles Romanorum superiores essent barbaris omnibus, oportebat quod immigrantes se subiciebant potestati Romanae (id est, deditionem faciebant) et devicti putabantur. Si peregrini vero erant hostes, sive exercitus aggredientes, expugnabantur a limitanei Romani vel comitatenses. Sed etiam cum gregibus placidis civitas Romana intererat quod ea poterat res gubernare militariter et dirigere condiciones quas secundum advenis in finibus colere licebant.

Haec conditiones differebant propter dignitatem gregis cuiusdam apud Imperium Romanum. Immigrantibus sodalibus agri dabantur, cum hostes devicti mediastini aut servi fiebant. Semper autem quidam pars peregrinorum milites conscribebantur, et homines gentis unae distribuebantur per provincias omnes, ut non formare possent societatem concordem intra Imperium.

Ratio immigranda itidem temptabatur in saeculo quarto, praesertim cum Hunni post dimidiam huius saeculi in Europam vagabantur atque gentes nonnullas illic incolentes Gothos Germanosque expellebant. Duae inter illas gentes, Terwiges et Greutunges, cum plus minus ducentesimo millesimo hominibus Danuviam inferam traiecerunt. Hac tempore Imperium Romanum Orientale gerens bellum contra Regnum Sassanidarum non certe gubernaturum fuerit gregem talem magnum immigrantium.

Corruptione cuiusdam administrationis Romanae conflictiones cum Gothis immigratis excitatae fuerunt, quae commoverunt proelium post dux Romanus attemptaverat interficere capites Gothorum. Consequenter bellum inceptum fuit, quod restitit usque ad annum 382, et in quo pars ampla Balcanicae pervastata fuit. Valens, Caesar Imperii Romani Orientalis, pacem cum Regno Sassanidarum facere debuit ad oppugnandum Gothos copiis suis. Tamen Valens ipse interfectus fuit in proelio Hadrianopolis anno 378 et exercitum suum exterminatus.

Signum Caesaris Valentis (aut Honorii), qui interfectus fuit in proelio Hadrianopolis. (Musea Capitolina Roma)

Quamquam Imperium Romanum Occidentale principio Gratianis Caesari intervenit in Balcanica, bellum Gothicum tantum confectum fuit anno 382 cum invasores difficultate rei frumentariae pugnas abstiterunt. Caesar novus Orientalis, Theodosius I., debuit conciliare pacem incommodissimam (quae scilicet volgata fuit quasi victoriam) facientem Gothi possessores glebae continentis Romanae in Balcanica et obligantem eos tantum parva auxilia militaria mittere. Sperabatur propter illas concessiones Gothos aliquando accepturos esse Romanitatem – sed numquam accidit.

Der Gotenkrieg

Wie alle großen Mächte im Lauf der Geschichte war auch das Römische Reich mit Einwanderung konfrontiert. Zumindest in der Kaiserzeit verfolgte es, was Einwanderung und den Umgang mit seinen direkten, befreundeten wie feindlichen, Nachbarn anging, eine großzügige, aber konsequente Politik. Nach dieser waren den Römern Einwanderer, auch in großer Zahl (receptio), grundsätzlich willkommen, da sie als Arbeitskräfte in der Landwirtschaft gebraucht wurden, als Soldaten dienen konnten, Steuern zahlten und in manchen Fällen wertvollte Fähigkeiten mitbrachten.

Die Römische Ideologie, nach der die Römische Zivilisation allen Barbaren überlegen sei, verlangte aber, dass die Einwanderer sich der Römischen Macht unterwarfen und als besiegt gelten konnten (deditio). Sofern es sich bei den Einwanderern tatsächlich um Feinde, also um angereifende Armeen handelte, wurden diese von den Römischen Grenztruppen (limitanei) oder Feldheeren (comitatenses) besiegt. Aber auch bei friedlich gesinnten Gruppen achtete der Römische Staat darauf, die Situation militärisch kontrollieren zu können und die Bedingungen, unter denen sich die Ankömmlinge innerhalb der Grenzen niederlassen durften, kontrollieren zu können.

Diese Bedingungen unterschieden sich je nach den diplomatischen Beziehungen der fraglichen Gruppierung zum Römischen Reich. Freundlich gesinnte Einwanderer wurden mit Land versorgt, während Feinde nach ihrer Niederlage zu unfreien Landarbeitern oder Sklaven gemacht wurden. In jedem Fall wurde ein bestimmter Anteil der Einwanderer für den Militärdienst rekrutiert, und die Angehörigen einer Volksgruppe wurden über alle Provinzen verteilt, so dass sie keine geschlossene Gemeinschaft innerhalb des Reichen bilden konnten.

Im Laufe des vierten Jahrhunderts wurde die Einwanderungspolitik des Imperiums immer wieder auf die Probe gestellt, spätestens nachdem ab der Mitte des Jahrhunderts die Hunnen sich Richtung Europa ausbreiteten, und dabei einige dort siedelnden gothischen und germanischen Gruppierungen vertrieben. Zwei dieser gothischen Stämme, die Terwingen und die Greutungen, überquerten im Jahr 376 mit etwa 200.000 Menschen die untere Donau. Zu dieser Zeit konnte es im Oströmischen Reich, aufgrund des Konflikts mit dem Sassadinenreich, nicht sicherstellen, mit einer solch großen Gruppe an Einwanderern fertig werden zu können.

Die Korruption der lokalen römischen Verwaltung führte zu Konflikten mit den eingewanderten Goten, die, nachdem der römische Befehlshaber versucht hatte, die Anführer der Goten umbringen zu lassen, in eine militärische Auseinandersetzung mündeten. In der Folge kam es zum Krieg, der bis 382 andauerte und in dem ein großer Teil des Balkans verwüstet wurde. Der Oströmische Kaiser Valens musste Frieden mit dem Sassadinenreich schließen, um mit seinen Truppen die Goten bekämpfen zu können. Dennoch wurde Valens selbst während der Schlacht von Adrianopel im Jahr 378 getötet und sein Heer vernichtet.

Obwohl auch das Weströmische Reich unter Kaiser Gratian auf dem Balkan intervenierte, konnte der Gotenkrieg erst beendet werden, als die Eindringlinge 382 aufgrund von Nahrungsmangel die Kampfhandlungen einstellen mussten. Der neue Kaiser im Osten, Theodosius I., war gezwungen mit ihnen einen sehr ungünstigen Frieden zu schließen (der natürlich der Öffentlichkeit aus Sieg dargestellt wurde), wodurch die Goten in Besitz eines zusammenhängenden Stück römischen Landes auf dem Balken kamen, und nur zu geringfügigem militärischen Beistand verpflichtet wurden. Man hoffte, dass durch diese Zusgeständnisse die Goten irgendwann die Romanitas übernehmen und zu Bürgern des Reiches werden würden – was nicht geschah.

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